Was bei Liebeskummer wirklich hilft: Tipps & Tricks

von Team Zelltuning
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Liebeskummer ist eine fiese Angelegenheit und kann einem ganz schön den Boden unter den Füßen wegreißen. Nach einer Trennung benötigt man eine Weile, bis man den Schmerz verarbeitet hat und einen Neubeginn wagen kann. Wie lange genau, ist individuell unterschiedlich.

Ebenso individuell ist der Umgang mit Liebeskummer. In solchen Situationen wissen Sie oft selbst am besten, was jetzt gut für sie ist. Lassen Sie sich vor allen Dingen viel Zeit und setzen Sie sich selbst nicht unter Druck. Was immer Sie jetzt fühlen, darf sein.

Dennoch gibt es einige Ratschläge, die vielen Menschen mit Liebeskummer weiterhelfen. Wir haben Ihnen die in unseren Augen besten Tipps gegen Herzschmerz zusammengestellt – probieren Sie aus, was für Sie funktioniert und ignorieren Sie den Rest.

Auf Abstand zum Ex-Partner gehen

Das Allerwichtigste nach einer Trennung ist es, Abstand zu der Person zu gewinnen, die den Liebeskummer verursacht. Sie dürfen sich Ihren Ex-Partner wie eine Droge vorstellen – immerhin hat er die Dopamin-Ausschüsse verursacht, an die ihr Körper sich in der Vergangenheit gewöhnt hat und die ihm jetzt verwehrt bleiben. Und um von einer Droge loszukommen, braucht es eben einen konsequenten Entzug.

Vermeiden Sie also jegliche Versuche der Kontaktaufnahme. Das bedeutet nicht, dass Sie in Zukunft keine Freunde mehr sein können – nur eben nicht sofort. Zuerst müssen Sie sich an den neuen Zustand der Trennung gewöhnen und diesen akzeptieren lernen. Wenn Kinder im Spiel sind, reduzieren Sie den Kontakt auf das Nötigste.

Ansonsten gilt: Besuchen Sie keine Orte, die Sie mit der beendeten Beziehung verbinden, entfolgen Sie in sozialen Netzwerken und räumen Sie alles, was Sie in der eigenen Wohnung an den oder die Ex erinnert, zumindest vorerst in den Keller.

Es mag sich zunächst falsch anfühlen, den Menschen, den Sie lieben, komplett aus Ihrem Leben zu verbannen. Aber Sie werden merken, wie befreiend es sich anfühlt, nicht kontinuierlich an die Vergangenheit erinnert zu werden. Mit der Distanz tun Sie sich in dieser Situation den größtmöglichen Gefallen.

Emotionen zulassen

Ebenso wichtig ist es, alle aufkommenden Gefühle zuzulassen. Es bringt Ihnen nichts, sich einzureden, dass es besser so ist und Sie ihn oder sie ja gar nicht so sehr vermissen. Sie wissen selbst am besten, dass Sie sich damit nur selbst belügen.

Deshalb gestehen Sie sich ein, dass es wehtut und akzeptieren Sie diesen Schmerz. Es ist normal, dass eine Trennung nicht einfach ist – immerhin verlieren Sie gerade jemanden, der Ihnen wichtig war. Lassen Sie all diese Emotionen zu und nehmen Sie sich so viel Zeit zum Trauern, wie Sie brauchen.

Wenn Sie die Trauer unterdrücken, dauert es am Ende nur viel länger, bis Sie Ihren Liebeskummer verarbeitet haben. Also tauchen Sie lieber tief in alle aufkommenden Gefühle ein, spüren Sie diese und lassen Sie sie dann auch wieder gehen. Am stärksten sind immer noch diejenigen, die auch Schwäche zeigen können.

Gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sind ratsam bei Liebeskummer! Bildquelle: Unsplash / Emma Simpson

Dem Körper Gutes tun

Viele, die unter Liebeskummer leiden, vernachlässigen bei allem Schmerz ihren Körper und dessen Bedürfnisse. So banal es auch klingt: Essen und trinken Sie ausreichend, schlafen Sie genug und gehen Sie jeden Tag an die frische Luft. Erschöpfung ist eines der Symptome von Liebeskummer, dem Sie so entgegenwirken können. Immerhin leidet Ihr Körper gerade sehr unter dem seelischen Stress, so dass er es Ihnen danken wird, wenn Sie ihm so viel Gutes wie möglich tun.

Essen senkt außerdem den Cortisol-Spiegel ab. Bei Cortisol handelt es sich um ein Stresshormon, dass während des Liebeskummers vermehrt ausgeschüttet wird. In diesem Sinne ist auch Schokolade erlaubt, schließlich werden durch die im Kakao enthaltenen Stoffe gleichzeitig Glückshormone produziert. Achten Sie allerdings darauf, dass Sie eine übermäßig süße oder fettige Ernährung nicht zur Gewohnheit werden lassen. Langfristig geht es Ihnen körperlich und psychisch besser, wenn Sie sich gesund und ausgewogen ernähren.

Auch Bewegung lässt den Serotoninspiegel ansteigen. Dazu müssen Sie keine Power-Workouts machen oder einen Marathon laufen – wenn Ihnen nicht nach schweißtreibenden Sporteinheiten ist, reicht auch schon ein Spaziergang. Bei diesem können Sie Ihre Gedanken fließen lassen, frische Luft tanken und erleben zur Abwechslung ein anderes Szenario als in Ihren eigenen vier Wänden.

Schmerzmittel gegen Liebeskummer?

Können Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol & Co. etwa auch gegen Herzschmerz wirken? Es gibt Hinweise darauf, die ebendies vermuten lassen. Jeder, der bereits an Liebeskummer gelitten hat, weiß, dass dieser seelische Schmerz durchaus auch körperliche Auswirkungen hat. Und tatsächlich werden sowohl bei seelischen als auch bei körperlichen Schmerzen die gleichen Hirnareale aktiv. Forschungsexperimente kamen dann zu dem Ergebnis, das Schmerzmittel in der Tat emotionales Leidempfinden verringern können.

Jetzt kommt das große Aber: Gleichermaßen werden auch positive Emotionen unterdrückt. Außerdem bringen Schmerzmittel natürlich eine Reihe von Nebenwirkungen mit, die langfristig Leber, Magen und Niere enorm schädigen können. Sie sollten bei Liebeskummer daher wirklich nur im akuten Notfall zu Schmerztabletten greifen und diese unter keinen Umständen zur Langzeittherapie werden lassen.

Sich mit den richtigen Menschen umgeben

Was hingegen immer eine gute Option ist, ist Gemeinschaft. Reden und der Austausch mit nahestehenden Personen hilft, Traumas wie Trennungen und Verluste zu verarbeiten. Sie sollten und müssen Ihren Liebeskummer nicht ganz allein durchstehen. Eine der häufigsten Begleiterscheinungen nach einem Beziehungsende ist das Gefühl der Einsamkeit – dies wird enorm gelindert, wenn Sie sich mit Freunden, Bekannten oder Verwandten umgeben.

Sprechen Sie über Ihre Gefühle und Gedanken oder lassen Sie sich schlicht von Ihrer eigenen Situation ablenken. Ihr persönlicher Schmerz wird Ihnen tragbarer vorkommen, wenn Sie nicht allein mit ihm sind. Wir Menschen sind soziale Wesen und sollten uns insbesondere in schweren Zeiten mit Menschen umgeben, bei denen wir uns wohlfühlen und wir ganz wir selbst sein können. Das wird Sie daran erinnern, dass Sie nach wie vor eine liebenswerte Person sind.

Verbringen Sie bei Liebeskummer nicht zu viel Zeit allein. Bildquelle: Unsplash / Helena Lopes

Neue Erinnerungen kreieren

Bei Liebeskummer tendiert man schnell dazu, in Gedanken immer wieder in der Vergangenheit zu hängen und sich an all die Momente zu erinnern, die man gemeinsam mit dem oder der Verflossenen erlebt hat. Das wirksamste Heilmittel dagegen ist es, neue Erinnerungen zu schaffen!

Ziehen Sie sich nicht auf Dauer in Ihr Schneckenhaus zurück, das zwar bequem erscheint, aber nicht sehr heilsam ist. Gehen Sie stattdessen raus und unter Menschen, um neue Erfahrungen zu machen, die die alten immer mehr in den Hintergrund rücken lassen. Nehmen Sie sich Zeit für ein Hobby, machen Sie Ausflüge oder fahren Sie in den Urlaub – tun Sie all das, was Ihnen Freude bereitet und was Sie von Ihrem Liebeskummer ablenken kann.

Einen Brief an den Ex-Partner schreiben

In Ihrem Kopf kreisen wahrscheinlich viele Dinge, die Sie Ihrem Partner gerne noch mitgeben möchten oder die Sie noch klarstellen möchten. Tun Sie es, und zwar schriftlich! Viele Psychologen empfehlen, nach einer Trennung einen Brief an den Ex-Partner zu schreiben und alle noch unausgesprochenen Gefühle und Gedanken niederzuschreiben. So ein Ritual kann helfen, einen bewussten Schlussstrich zu ziehen.

Ob Sie den Brief tatsächlich abschicken, ihn verbrennen oder auf dem Dachboden verstauen, bleibt Ihnen überlassen. Einigen geht es bereits besser, alles überhaupt einmal in Worte verfasst zu haben. Anderen ist es wichtig, dass der Adressat es auch wirklich liest. Hier gibt es kein richtig oder falsch – Sie sollten sich in Ihrer Intention allerdings darüber klar sein, keine Antwort, keine Reue und schon gar keine Wiederversöhnung zu erwarten. Es geht bei diesem Brief einzig darum, einen Abschluss zu finden um anschließend neu beginnen zu können.

Nicht gleich die nächste Beziehung suchen

Nicht wenige Menschen stolpern ihr Leben lang von der einen in die nächste Beziehung, ohne zwischendurch einmal lange Zeit mit sich allein zu verbringen. Dabei sind diese Single-Phasen etwas sehr Wertvolles, die Sie sich nicht verwehren sollten.

Nehmen Sie sich ausgiebig Zeit, inneren Frieden mit der vergangenen Beziehung zu schließen und mit sich selbst ins Reine zu kommen. Anschließend tun Sie all die Dinge, die in den Monaten oder Jahren der Beziehung zu kurz kamen! Sie müssen jetzt keine Kompromisse mehr schließen, sondern können tun und lassen, was Ihnen gefällt. Probieren Sie neue Hobbys, neue Rezepte, neue Frisuren und neue Orte aus – erfinden Sie sich neu und entdecken Sie, was für Potential noch in Ihnen steckt.

Diese Phasen sind wichtig, um herauszufinden, was Sie sich von Ihrer Zukunft erwarten, wer Sie sein wollen und was für einen Partner Sie suchen. Wenn Sie dann bereit sind, jemand Neues kennenzulernen, können Sie dieser Person das leere Blatt anbieten, das sie verdient – und es gemeinsam mit neuen Geschichten füllen. Dazu müssen Sie aber eben zuerst mit dem Ex-Partner abschließen und sich selbst akzeptieren und lieben lernen.

Seien Sie gut zu sich und praktizieren Sie nach einer Trennung viel Selbstfürsorge. Bildquelle: Unsplash / Tim Mossholder

Selbstwert stärken und Dankbarkeit praktizieren

Wenn eine Beziehung in die Brüche geht, nagt das oft am eigenen Selbstbewusstsein. Sie haben vielleicht das Gefühl, nicht gut genug für Ihren Ex-Partner gewesen zu sein und auch niemals gut genug für jemand anderes sein zu können. Dass das nicht stimmt, müssen Sie erst wieder lernen – und manchmal kann das eine Weile dauern.

Mit einigen Praktiken und Gewohnheiten können Sie selbst dazu beitragen, Ihr eigenes Selbstwertgefühl wieder zu stärken. Beispielsweise hilft Yoga dabei, ein besseres Körpergefühl zu erlangen und in der Meditation kommen Sie in Berührung mit Ihrem inneren Selbst. Beides wird dabei helfen, dass Sie wieder eine bessere Beziehung mit sich selbst aufbauen.

Indem Sie bewusst Dankbarkeit in Ihr Leben integrieren, erinnern Sie sich außerdem an all das Positiven, das nach wie vor Teil Ihres Lebens ist. Nehmen Sie sich für eine Dankbarkeitspraxis ein paar Minuten am Morgen oder Abend um drei Sachen aufzuschreiben, für die Sie heute dankbar sind. Das muss nichts Großes, Weltbewegendes sein – vielleicht sind Sie einfach dankbar für die strahlende Sonne oder das freundliche Lächeln der Nachbarin. Dankbarkeit ist eins der stärksten menschlichen Gefühle, das viele Sorgen und Ängste überschatten kann. Widmen Sie sich regelmäßig Ihrem Dankbarkeitsritual und Sie werden merken, was für einen Unterschied es machen kann!

Nach vorne blicken

Eine Trennung tut weh, das steht außer Frage. Aber sie kann auch Türen öffnen: Für neue Begegnungen, neue Erfahrungen, neue Lebenswege. Versuchen Sie nach einer Zeit der Trauer, den Blick wieder stärker in die Zukunft zu wenden. Wahrscheinlich werden Sie irgendwann einmal zurückblicken und erkennen, dass diese Trennung das Beste war, das Ihnen geschehen konnte. Mitten im Liebeskummer mag es oft schwer vorstellbar sein – aber die Zeit wird alle Wunden heilen und Sie werden auch ohne Ihren Ex-Partner wieder ein glückliches, zufriedenes Leben führen.

Im Notfall: Professionelle Hilfe suchen

Wenn Sie das Gefühl haben, alleine nicht mit Ihrem Verlust umgehen zu können oder wenn sich auch nach einigen Wochen oder Monaten keine Besserung einstellt, scheuen Sie sich nicht, sich Hilfe zu suchen. Psychotherapeuten können Sie in dieser Zeit begleiten, Erlebtes aufarbeiten und mit Ihnen einen Weg aus der Krise herausfinden. Ermuntern Sie auch Freunde oder Bekannte, die stark unter Liebeskummer leiden, in therapeutische Behandlung zu gehen.

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