Potenzen und Dosierung in der Homöopathie

von Team Zelltuning
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Die unterschiedlichen Potenzen stehen in der Homöopathie für den Grad der Verdünnung des verwendeten Wirkstoffs. Je stärker ein Stoff verdünnt wird, desto höher seine Wirkung – so der homöopathische Grundsatz. In der Apotheke finden Sie daher ein und denselben Wirkstoff in verschiedener Potenzierung, beispielsweise D6, D12, C30 etc. Was es mit den Potenzen und der Dosierung der Globuli auf sich hat, erfahren Sie in diesem Artikel.

Welche Potenzen gibt es?

Ein homöopathisches Arzneimittel wie Arnica verfügt stets über die Angabe der Potenz in Form eines Buchstabens kombiniert mit einer Zahl, zum Beispiel:

  • D2
  • D6
  • D12
  • C6
  • C30
  • C200
  • Q6 etc.

Der Buchstabe steht dabei für den Grad der Potenzierung beziehungsweise das Verhältnis der Verdünnung. Die Zahl gibt an, wie oft die jeweilige Potenzierung oder Verdünnung durchgeführt wurde. Es gibt dabei die folgenden Mischverhältnisse:

  • D-Potenzen = 1:10
  • C-Potenzen = 1:100
  • Q-Potenzen (auch LM-Potenzen genannt) = 1:50.000

Für eine D-Potenz wird ein Wirkstoff also mit der zehnfachen Menge Trägerstoff verdünnt, für eine C-Potenz mit der hundertfachen und für eine Q-Potenz mit der 50.000-fachen Menge. Herauskommen die Dosierungen D1, C1 und Q1.

Um beispielsweise die Dosierung D6 zu erhalten, wird der Vorgang der Verdünnung sechsmal durchgeführt. Der Wirkstoff wurde also insgesamt sechsmal mit der zehnfachen Menge Trägerstoff verdünnt.

Höhere Zahlen stehen also für eine geringere Dosierung des Wirkstoffs und damit in der Homöopathie für eine höhere Wirksamkeit. Je weniger Wirkstoff in einem homöopathischen Mittel vorhanden ist, desto stärker werden der Lehre nach die Selbstheilungskräfte im Körper aktiviert.

Dabei spielt es keine Rolle, dass ab bestimmten Potenzen auf molekularer Ebene kein Wirkstoff mehr nachweisbar ist. Dieser wirkt der homöopathischen Lehre zufolge dann verstärkt auf energetischer und feinstofflicher Ebene. Das ist beispielsweise ab den Potenzen D24 und C12 der Fall.

In der Homöopathie wird ein Wirkstoff mehrfach verdünnt, um die gewünschte Potenzierung zu erreichen. Bildquelle: Unsplash / Bee Naturalles

Wie funktioniert die Potenzierung in der Homöopathie?

Der Vorgang der Potenzierung unterliegt in der Homöopathie konkreten Vorgaben. Zusammengefasst sieht der Ablauf wie folgt aus:

  1. Für die Urtinktur mischt der Hersteller die Ausgangssubstanz in der Regel mit Alkohol und Wasser. Dieses Gemisch bildet die Grundlage für den nachfolgenden Potenzierungsvorgang. Ist die Ausgangssubstanz nicht wasserlöslich, wird sie zunächst mit Milchzucker im Verhältnis 1:100 verrieben und anschließend mit Alkohol vermengt.
  2. Nun folgt die Verdünnung des Gemischs nach spezifischen Vorgaben. Die gewünschte Potenz gibt das Verhältnis an, in dem verdünnt wird.
  3. Nach der Verdünnung wird die Lösung geschüttelt. Dieser Vorgang unterliegt einem bestimmten Prinzip: Der Homöopath klopft das Fläschchen zehnmal auf einen elastischen Untergrund.
  4. Dieser Vorgang des Verdünnens und Schüttelns wiederholt der Hersteller entsprechend der gewünschten Potenz.
  5. Um die in der Homöopathie viel verwendeten Globuli herzustellen, wird die potenzierte Lösung auf kleine weiße Zuckerkügelchen gesprüht oder getropft.

Wann wird welche Dosierung verwendet?

In Deutschland werden homöopathische Arzneimittel vor allem in den D-Potenzen verwendet. Diese eignen sich aufgrund ihrer vergleichsweisen geringen Potenzierung gut zur Selbstmedikation sowie zur Therapie von akuten Krankheiten.

Der homöopathischen Lehre zufolge unterscheiden sich D-Potenzen und C-Potenzen nicht sonderlich, weswegen in der klassischen Homöopathie außerhalb Deutschlands häufig bevorzugt C-Potenzen aber auch Q-Potenzen angewandt werden.

Da homöopathische Globuli mit hoher Potenz stärker wirken als jene mit niedriger Potenz, werden mit diesen vor allem chronische Krankheiten und spezielle akute Beschwerden behandelt. Sie wirken tiefgehender und langanhaltender.

Mit einer hohen Potenzierung werden in der Homöopathie vor allem chronische Krankheiten behandelt. Bildquelle: Unsplash / Fotograf Ivan Aleksic

Ab Potenzierungsstufen von D200, C200 oder Q6 und höher sollte ein homöopathisches Mittel nur unter Anordnung eines erfahrenen Homöopathen eingenommen werden. Eine Selbstmedikation ist für diese Potenzen nicht vorgesehen.

Im Gegensatz dazu gibt es einige homöopathische Mittel erst ab einer gewissen Potenzierung. Das ist dann der Fall, wenn der Wirkstoff in seiner Ausgangsform giftig oder unbekömmlich ist. Dazu zählen zum Beispiel Phosphor, Mercurius solubilis oder Lachesis. Diese werden erst ab einem bestimmten Grad der Verdünnung verträglich.

Fazit: Die passende Potenzierung finden

Zur eigenen Behandlung beginnen Sie am besten mit recht niedrigen Potenzen wie D6/C6 oder D12/C12. Die Wirkung ist hier kurzzeitiger und weniger langanhaltend. Dadurch können Sie die Globuli bedenkenlos mehrmals pro Tag einnehmen, bei akuten Beschwerden sogar jede Stunde. Sollte die Wirkung jedoch zu schwach ausfallen, können Sie die Dosierung erhöhen – und im Zweifel kurz mit einem Arzt oder Homöopathen Rücksprache halten.

Bevor Sie Mittel mit hohen Potenzen einnehmen, sollten Sie sich in jedem Fall vorab homöopathisch beraten lassen. Viel wichtiger als die Potenzierung ist ohnehin die Auswahl des richtigen Wirkstoffs. Dazu ist eine ausführliche Anamnese empfehlenswert.

Wirkt ein homöopathisches Mittel auch nach mehrfacher Einnahme nicht, sollten Sie die Einnahme abbrechen und auf einen anderen Wirkstoff umsteigen. Achten Sie grundsätzlich darauf, die Globuli unter der Zunge zergehen zu lassen, um den Wirkstoff über die Mundschleimhaut aufzunehmen. Halten Sie außerdem einen Abstand von mindestens 10 Minuten zu den Mahlzeiten ein, damit keine Irritation der Mundschleimhaut vorliegt.

Wie stehen Sie zur Homöopathie? Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungen in den Kommentaren!

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