Calcium: So wichtig ist der Mineralstoff für den Körper

von Team Zelltuning
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Calcium (bzw. Kalzium) ist mengenmäßig der wichtigste Mineralstoff für den menschlichen Körper. Der Großteil des gesamten Calciumvorrats wird in den Knochen und Zähnen gespeichert. Doch auch für Muskel, Nerven, die Blutgerinnung, die Abwehr von Allergien und Entzündungen sowie die Organfunktion von Lungen, Herz und Nieren ist Calcium von hoher Bedeutung. Ein Calciummangel kann schwerreiche Folgen haben und bis zum Knochenschwund oder Herzstillstand führen. Erfahren Sie daher in diesem Artikel mehr über die Funktionen des Mineralstoffs sowie die Symptome und Ursachen eines Calciummangels.

Was ist Calcium?

Bei Calcium (Ca) handelt es sich um einen lebensnotwendigen Mineralstoff. Der menschliche Körper kann diesen nicht eigenständig produzieren, sondern ist auf die Aufnahme über die Nahrung angewiesen. Als gute Quellen für Kalzium erweisen sich Milchprodukte, Mineralwasser und einige pflanzliche Nahrungsmittel wie zum Beispiel grünes Blattgemüse.

Kein anderer Mineralstoff ist dabei in so großen Mengen vorhanden: Im Körper befinden sich etwa zwischen 1 und 1,5 kg Calcium. Um diesen Vorrat aufrecht zu erhalten, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Erwachsene eine tägliche Calciumaufnahme von etwa 1.000 mg.

AlterEmpfohlene tägliche Calciumzufuhr in mg
0 – 4 Monate220
4 – 12 Monate330
1 – 4 Jahre600
4 – 7 Jahre750
7 – 10 Jahre900
10 – 13 Jahre1100
13 – 19 Jahre1200
ab 19 Jahre1000
Schwangere und Stillende ab 19 Jahre1000
Schwangere und Stillende unter 19 Jahre1200
Empfohlene Tageszufuhr an Calcium nach Alter, Quelle: DGE

Welche Funktionen Kalzium im Körper übernimmt

Gut 99 % des gesamten Calciumvorrats und damit durchschnittlich 1,2 Kilogramm sind in Knochen und Zähnen gespeichert. Kalzium ist also vor allem für den Aufbau und Erhalt dieser zuständig. Daneben ist der Mineralstoff aber an weiteren wichtigen Körperfunktionen beteiligt, wie zum Beispiel:

  • Eine normale Blutgerinnung
  • Die Signalübertragung zwischen zwei Nervenzellen
  • Eine normale Funktion der Verdauungsenzyme
  • Eine normale Muskeltätigkeit
  • Abwehr von Allergien und Entzündungen
  • Eine normale Funktion von Herz, Nieren und Lungen

Wie der Körper den Calciumspiegel reguliert

Der verbleibende Teil des Calciumvorrats, der nicht in Knochen oder Zähnen gespeichert ist, befindet sich im freien Blutkreislauf. So wird er dorthin transportiert, wo er benötigt wird. Um alle Funktionen aufrechtzuerhalten, reguliert der Körper konstant die Konzentration von Calcium im Blut. An diesem Regelkreislauf sind vor allem die folgenden Hormone bzw. hormonähnliche Stoffe beteiligt:

  • Calcitonin aus der Schilddrüse
  • Parathormon (PTH) aus der Nebenschilddrüse
  • Vitamin D

Erkennen Schilddrüse und Nebenschilddrüse, dass sich zu wenig Kalzium im Blut befindet, reagieren sie entsprechend: Die Schilddrüse produziert von nun an weniger Calcitonin, da dieses Hormon den Calciumgehalt im Blut zusätzlich senken würde. Im Gegenzug produzieren die Nebenschilddrüsen mehr Parathormon. Dadurch werden Knochenzellen abgebaut, um dort eingelagertes Calcium freizusetzen. Auf diese Weise wird die Calciumkonzentration im Blut erhöht.

Parallel dazu sorgt Parathormon auch dafür, dass die Nieren verringerte Calciummengen und stattdessen mehr Phosphat über das Urin ausscheiden. Als Gegensteuerung zur sinkenden Phosphatkonzentration wird in den Nieren mehr Vitamin D hergestellt. Dieses bewirkt im Darm bewirkt, dass mehr Calcium aus der Nahrung aufgenommen wird.

Im weiteren Verlauf des Kreislaufs wird den Nebenschilddrüsen signalisiert, wieder weniger Parathormon zu produzieren. Sobald die Konzentration von Calcium durch die mithilfe von Vitamin D ebenfalls bewirkte Einlagerung in Knochen wieder sinkt, beginnt der Kreislauf erneut.

Calciummangel: Symptome, Ursachen und Folgen

Ein Calciummangel (Hypokalziämie) liegt vor, wenn die Calciumkonzentration im Blut unter 2,2 Millimol pro Liter (mmol / l) sinkt. Dem Körper liegt dann nicht mehr genügend Calcium vor, um wichtige Funktionen wie beispielsweise eine normale Muskelkontraktion durchzuführen. In der Tat deckt der Nationalen Verzehrstudie II zufolge nur jeder zweite Deutsche seinen täglichen Calciumbedarf über die Nahrung ab – Calciummangel ist hierzulange also keine seltene Erscheinung.

In der Regel versucht der Körper, vorübergehende Mangelzustände durch oben beschriebenen Kreislauf zu regulieren. Das gelingt aber nicht immer, beispielsweise wenn die Calciumkonzentration zu niedrig ist oder krankheitsbedingte Ursachen für den Mangel vorliegen.

Ein Kalziummangel kann zunächst unentdeckt bleiben und keine veränderten Erscheinungen auslösen. Schließlich äußert er sich typischerweise aber durch folgende Symptome:

  • Kribbeln auf der Haut sowie ein Gefühl von Pelzigkeit oder laufenden Ameisen auf der Haut
  • Muskelkrämpfe
  • Trockene Haut, Ekzeme oder andere Hautveränderungen
  • Brüchige Nägel
  • Haarausfall
  • Verdauungsstörungen wie Durchfall
  • Herzrhythmusstörungen oder niedriger Blutdruck
  • Grauer Star
  • Psychische Störungen wie erhöhte Erregbarkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Erschöpfung
  • Bei Kindern: verzögertes Wachstum, ungesunde Zahnentwicklung
Muskelkrämpfe können ein Symptom für Calciummangel sein. Bildquelle: Unsplash / Towfiqu Barbhuiya

Langfristig kann ein Mangel zu Knochenschwund oder Herzstillstand führen

Darüber hinaus ist eine bekannte und gravierende Folge von Calciummangel eine erhöhte Knochenbrüchigkeit und eine verringerte Knochendichte. Auch Osteoporose, als Knochenschwund bezeichnet, wird so begünstigt. Immerhin sind, wie bereits erwähnt, bis zu 99 % des Calciumvorrats in den Knochen gespeichert.

Knochen sind keineswegs eine feste und unveränderliche Materie. Vielmehr unterliegen sie ständigen Auf- und Abbauprozessen. Es handelt sich um lebendiges Gewebe, so dass konstant Calcium entnommen und zugeführt wird, um ein natürliches Gleichgewicht zu erhalten. Ein kurzfristiges Ungleichgewicht gleicht der Körper auf diese Weise eigenständig wieder aus – bei langfristigem Kalziummangel hingegen kann es zu erwähnten Symptomen und Erkrankungen kommen.

Da auch das Herz ein Muskel ist und Muskeln für die Kontraktion Calcium benötigen, kommt es im schlimmsten Fall zu einem Herzstillstand. Deshalb sollten Sie die Symptome eines möglichen Kalziummangels ernst nehmen und von Ihrem Arzt abklären lassen.

Ursachen für den Kalziummangel

Insbesondere in hiesigen Breitengraden ist der Vitamin D Mangel eine häufige Ursache für Calciummangel. Bei Vitamin D handelt es sich vielmehr um ein Hormon als um ein Vitamin. Dieses sorgt dafür, dass Mineralstoffe wie Calcium im Dünndarm in die Blutbahn gelangen können und in den Nieren nicht übermäßig ausgeschieden werden.

Für die Vitamin D Produktion benötigt der Körper Sonnenlicht. Die Haut sollte etwa dreimal die Woche für 15 Minuten ungeschützt der Sonne ausgesetzt sein, um genügend Vitamin D3 aufzunehmen. Anschließend wird dieses im Körper weiterverarbeitet. Insbesondere in den dunklen Wintermonaten ist eine solche Vitamin D3 Versorgung jedoch nicht immer gewährleistet, so dass eine indirekte Folge der Calciummangel sein kann.

Daneben können aber auch andere Ursachen zu einem Mangel führen, wie zum Beispiel:

  • Calciumarme Ernährung
  • Phosphatreiche Ernährung
  • Erhöhter Calciumbedarf, beispielsweise in der Wachstumsphase oder bei Schwangeren und Stillenden
  • Calciumarmes Wasser
  • Essstörungen wie Bulimie oder Anorexie
  • Laktoseintoleranz
  • Gestörte Calciumaufnahme im Darm durch Zöliakie
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Nebenschilddrüsenunterfunktion oder andere Krankheiten der Schilddrüse
  • Chronische Nierenkrankheiten
  • Arzneimittel wie Abführmittel oder harntreibende Mittel

Calciummangel vorbeugen und therapieren

Um einem Kalziummangel vorzubeugen, sollten Sie auf eine calciumreiche Ernährung achten. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über calciumhaltige Lebensmittel.

Tierische LebensmittelPflanzliche Lebensmittel
MilchGrünes Blattgemüse (z. B. Rucola, Grünkohl, Fenchel)
MilchprodukteKräuter wie Petersilie und Dill
Käse (z. B. Parmesan, Tilsiter, Emmentaler)Nüsse
 Samen
 Mineralwasser mit hohem Calciumgehalt
Calcium: Lebensmittel zur ausreichenden Versorgung

Insbesondere Mineralwasser als guter Calciumlieferant ist vielen Menschen nicht bekannt. Dabei kann Mineralwasser bis zu 500 mg / l Calcium enthalten.

Darüber hinaus sollten Sie Ihre Versorgung mit Vitamin D sicherstellen. Da es in nur wenigen Lebensmittel in nennenswerten Mengen vorkommt (z. B. Lebertran, einige Fischsorten, Eier und einige Pilze), sollten Sie gegebenenfalls auf passende Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen.

Mineralwasser ist oft ein zuverlässiger und dennoch unbekannter Lieferant von Calcium. Bildquelle: Unsplash / Greg Rosenke

Calcium-Präparate zur Behandlung und Vorbeugung eines Mangels

Nahrungsergänzungsmittel können ebenfalls zur Behandlung eines Calciummangels empfehlenswert sein. Zunächst sollten Sie jedoch ärztlich abklären lassen, ob ein Mangel vorliegt. Dies wird über die Calciumwerte in Blut und Urin untersucht. Liegt ein Mangel vor, sollten stets auch die Ursachen herausgefunden und – wenn möglich – behandelt werden.

Um einen akuten Mangelzustand auszugleichen, kann Ihr Arzt Ihnen entsprechende Calcium-Präparate in Form von Tabletten oder Brausetabletten empfehlen. Häufig werden diese mit Vitamin D kombiniert. Nur in besonders schwerwiegenden Fällen wird Calcium intravenös verabreicht.

Auch wenn Sie Calcium vorbeugend als Nahrungsergänzung einnehmen möchten, ist eine vorangehende Absprache mit Ihrem Arzt ratsam. Achten Sie zudem auf eine hohe Qualität des Präparats und klären Sie ab, ob und wenn ja welche Kombination mit anderen Mineralstoffen und Vitaminen (beispielsweise Magnesium, Zink oder Vitamin D3) für Sie sinnvoll ist. Obwohl es eine Vielzahl von Produkten auf dem Markt gibt, ist nicht jedes ist für jede und jeden gleichermaßen wirksam. Vor allem in Bezug auf Qualität und Dosierung bestehen mitunter große Unterschiede.

Besteht die Gefahr einer Calcium Überdosierung?

Da eine Überdosierung von Calcium schädlich sein kann, sollten Sie sich stets an die empfohlene Dosierung Ihres Arztes oder des Herstellers halten. Bei einer zu hohen Calciumzufuhr kann es zu Beschwerden wie Herzrhythmusstörungen, Muskelschwäche, Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen, Übelkeit und Verstopfung und Antriebslosigkeit kommen. Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr von Kalkablagerungen im Gewebe, zum Beispiel in der Form von Nierensteinen.

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