Blähungen: Warum pupsen wir?

von Team Zelltuning
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Blähungen sind etwas ganz Natürliches und gehören zum Verdauen ebenso wie das Magenknurren und der abschließende Stuhlgang. Dennoch kann es schonmal unangenehm werden, wenn in Momenten der Stille oder der trauten Zweisamkeit ein unüberhörbarer Pupser entwischt.

In diesem Artikel erfahren Sie, warum Sie sich dafür nicht entschuldigen müssen und wie diese Fürze entstehen. Außerdem klären wir darüber auf, was der Geruch über den Pups aussagt und ab wann Sie möglicherweise zum Arzt sollten.

Wie entstehen Blähungen?

Blähungen können auf zweierlei Weisen entstehen: durch heruntergeschluckte Luft oder durch Verdauungsgase im Dickdarm.

Gerade, wenn Sie in Eile essen, während einer Mahlzeit viel sprechen oder nicht genügend kauen, gelangt mit der Nahrung auch jede Menge Luft in die Speiseröhre. So gelangen die Gase O2 (also Sauerstoff) und N2 (Stickstoff) ins Verdauungssystem. Aus diesem müssen sie natürlich auch wieder herausgelangen: Stück für Stück wandern sie mit dem Speisebrei den Verdauungstrakt herunter, bis sie am Rectus als Flatulenz an die Außenwelt abgegeben werden können.

Ohnehin entstehen aber durch den Verdauungsprozess im Darm verschiedene Gase. Im Dünndarm entsteht Kohlendioxid (CO2), indem der von der Magensäure durchtriefte Speisebrei neutralisiert wird und im Rahmen der Fettverdauung.

Die meisten Gase aber entstehen im Dickdarm: Die Darmbakterien zerlegen unverdauliche Nahrungsreste wie Kohlenhydrate oder Eiweiße. Währenddessen produzieren sie fleißig diese vier Gase:

  • Kohlendioxid (CO2)
  • Wasserstoff (H2)
  • Methan (CH4)
  • Schwefelwasserstoffe (H2S)

Diese machen sich bei Ihnen als Darmwinde bemerkbar: Die Luft wandert zum Enddarm (Rectus) und werden durch ein kurzes Abdrücken, also ein Kontrahieren des Schließmuskels, abgelassen. Durch die Vibration am Anus ertönt das typische Furz-Geräusch. Solche Flatulenzen sind jedoch ein völlig natürlicher Vorgang, dessen Ursache eine funktionierende und gesunde Verdauung ist.

Wenn wir in kurzen Abständen mehrmals pupsen müssen, sprechen wir dabei umgangssprachlich von Blähungen. Ursache von Blähungen sind oft die Art der Lebensmittel, die wir zuvor verzehrt haben. Schließlich sorgen einige Lebensmittel für mehr Gase als andere. Die Experten bezeichnen häufiges Pupsen übrigens als Meteorismus.

Blähungen entstehen im Rahmen der Verdauung durch Gasentwicklung im Darm. Bildquelle: Pixabay / Darko Djurin

Wie oft Pupsen ist normal?

Insgesamt bilden sich während des natürlichen Verdauungsvorgangs bis zu 2,5 Liter Verdauungsgase am Tag. Glücklicherweise geben wir diese nicht vollständig über den After ab. Ein Großteil der Gase gelangt ins Blut und wird in die Lunge transportiert, so dass wir ihn über die Ausatmung ausscheiden.

Etwa ein halber Liter bleibt jedoch im Darm und sucht sich dort seinen Weg nach draußen. Im Durchschnitt entstehen so 14 Fürze pro Tag. Alles in einer Spanne von 10 bis 20 Pupse täglich ist normal, selbst bis zu 24 Fürze am Tag gelten noch als gesund.

Gleichmäßig über den Tag verteilt sind die Darmwinde dabei nicht. Am meisten pupst man im Anschluss an eine Mahlzeit, nachts hingegen so gut wie gar nicht.

Den Furz zu unterdrücken, um unangenehme Geräusche und Gerüche zu vermeiden, ist übrigens keine so gute Idee: Verbleiben die Gase im Darm, können sie zu Krämpfen und Bauchschmerzen führen. Also lieber rauslassen!

Warum manche Pupse mehr stinken als andere

Die meisten der Gase im Dickdarm sind weitestgehend geruchsfrei, darunter

  • CO2
  • O2
  • N2
  • H2
  • CH4.

Für übelriechende Blähungen gibt es also einen Hauptverantwortlichen: den Schwefelwasserstoff. Dieser wird vor allem produziert, wenn Nahrungsmittel mit vielen Ballaststoffen und hohem Schwefelgehalt verdaut werden müssen.

Ballaststoffreich sind zum Beispiel folgende Lebensmittel:

  • Vollkornprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse
  • Hafer und anderes Getreide
Hülsenfrüchte und Bohnen können für übelriechende Blähungen sorgen. Bildquelle: Unsplash / Tijana Drndarski

Besonders viel Schwefel hingegen findet sich in diesen Nahrungsmitteln:

  • Milch
  • Milchprodukte (Käse, Joghurt, Quark, Sahne etc.)
  • Fleisch
  • Eier
  • Kohlgemüse
  • Bohnen, Kichererbsen und Linsen
  • Zwiebeln

An dem alten Sprichwort „jedes Böhnchen ein Tönchen“ scheint also durchaus etwas Wahres dran zu sein. Die Frage, ob nun Veganer oder Fleischesser die stinkigeren Fürze ablassen, lässt sich jedoch nicht ganz eindeutig beantworten. Tierische Produkte enthalten viel Schwefel, während eine ballaststoffreiche Ernährung und einiges an Gemüse ebenfalls für Schwefelwasserstoffe sorgen kann.

Ohnehin kommt es meist während einer Ernährungsumstellung vermehrt zu stinkenden Blähungen. Gerade dann, wenn auf eine vegetarische oder vegane Ernährungsweise umgestellt wird, da dann plötzlich vermehrt Nüsse, Getreide, Bohnen etc. auf dem Speiseplan stehen. Um hier entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, den Körper und damit den Darm langsam und schrittweise an die hohen Ballaststoffmengen zu gewöhnen.

Was Sie gegen Blähungen tun können

Selbst wenn Flatulenzen etwas ganz Normales sind, möchten die wenigsten von uns ständig und überall pupsen. Mit einigen Tipps und Gewohnheiten können Sie unangenehme und ununterbrochene Blähungen vermeiden. Gleichzeitig unterstützen Sie mit diesen Ihre Verdauung und sorgen für mehr Wohlgefühl beim und nach dem Essen!

  • Essen Sie in Ruhe und kauen Sie ausgiebig.
  • Legen Sie nach der Mahlzeit einen kurzen Verdauungsspaziergang ein.
  • Nach dem Essen hilft ein Tee aus verdauungsfördernden Kräutern wie Fenchel, Anis und Kümmel.
  • Vermeiden Sie Stress und sorgen Sie für ausreichend Entspannung – dann arbeitet der Darm am besten.

Wenn Sie immer nach gewissen Gerichten zum Furzen neigen, hilft es im Zweifel nur, auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten. Gerade Hülsenfrüchte, Bohnen, einige Kohlsorten wie Zwiebeln sorgen bei vielen Menschen zu lästigen Blähungen. Reduzieren Sie die Menge dieser Lebensmittel, kochen Sie sie ausreichend lange oder streichen Sie sie notfalls komplett aus dem Speiseplan.

Wann Blähungen ungesund werden

Wie oben bereits erwähnt, sind bis zu 24 Pupse am Tag noch völlig unbedenklich. Wenn Sie aber über mehrere Tage oder Wochen hinweg täglich mehr als 24 Fürze ablassen, könnte auch eine Lebensmittelunverträglichkeit oder eine Darmkrankheit die Ursache der Blähungen sein.

Gerade, wenn Sie auch andere Symptome wie Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen, Magenkrämpfe oder Erbrechen aufweisen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser kann Sie auf Laktoseunverträglichkeit (Milchzucker) oder Fruktose-Unverträglichkeit (Fruchtzucker) testen.

Im Rahmen einer Darmspiegelung und/oder einer Stuhlprobe können zudem ernste Ursachen wie eine chronische Darmentzündung oder Darmkrebs ausgeschlossen werden. Sollte herauskommen, dass Stress und psychische Belastungen die Ursachen der Blähungen sind, wird von einem Reizdarm bzw. funktionellen Beschwerden gesprochen.

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